Konzert am Freitag, 28. Oktober 2016

Vox Luminis (Belgien)

Eröffnungskonzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

Heinrich Schütz: Musicalische Exequien

Martin Luther: „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“

Johann Bach: Sei nun wieder zufrieden meine Seele

Johann Michael Bach: Herr, ich warte auf Dein Heil / Halt, was du hast / Ich weiß, dass mein Erlöser lebt

Johann Christoph Bach: Der Mensch vom Weibe geboren / Lieber Herr Gott, wecke auf uns

Johann Ludwig Bach: Ds Blut Jesu Christi

 

Das belgische Vokalensemble Vox Luminis konnte sich schon kurz nach seiner Gründung im Jahr 2004 als exzellentes  Ensemble in der Alte-Musik-Szene etablieren. Die Stimmen sind herausragend, sowohl in den Solo-Partien als auch im Chor - es ist ein seltenes Erlebnis, Sängern zu begegnen, die beides so perfekt beherrschen. Es gibt kaum einen Plattenpreis, den das gegründete Ensemble noch nicht bekommen hat (so z. B. die Aufnahme der „Musicalischen Exequien“ als Gramophone Recording of the Year 2012). Joshua Rifkin, künstlerischer Leiter des Bach:Sommers sagte über Vox Luminis: „Von einem Ensemble mit dieser Ästhetik, diesem Repertoire und diesem solistischen Niveau habe ich immer geträumt.“


Nun kommen die Künstler erstmals in unsere Region und eröffnen den Vokalherbst 2016 mit einem Hammerprogramm! Der erste Teil des Programms ist einem Zeitgenossen der Musikerfamilie Bach im 17. Jahrhundert gewidmet: Der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz kreierte mit seinen „Musicalischen Exequien“ eine der kunstvollsten und innigsten Trauerkompositionen der Musikgeschichte, die wie geschaffen zu sein scheinen für die herausragende Vokalkunst von Vox Luminis.

 

Nach der Pause dann heißt es „Bach pur!“: Die Motetten von Johann Sebastian Bach gelten als barocke Höhepunkte dieser Gattung. Er führte damit eine Tradition fort, die in seiner weit verzweigten Familie äußerst lebendig war. Johann Sebastian schätzte die Motetten seiner Vorfahren und Verwandten so sehr, dass er sie nicht nur sammelte, sondern auch mehrfach mit seinen Thomanern in Leipzig aufführte. Dass dies nun dem belgischen Vokalensemble Vox Luminis möglich ist, verdanken wir dem Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel: Er gab die Noten in das Archiv der Sing-Akademie Berlin, wo sie seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten, bis sie 1999 in Kiew wieder auftauchten. Vox Luminis veröffentlichte diese Werke Ende 2015 auf CD, die u. a. von BR Klassik sowie SWR2 einen  „CD-Tipp“ erhielten.


„Vokalkunst vom Strahlendsten und Lebendigsten.“

(Thüringer Allgemeine)

 

"Das Wort 'Offenbarung' ist nicht zu hoch gegriffen."

(Classical.net)

Konzert am Sonntag, 30. Oktober 2016

Arctic Light Choir / Ltg. Susanna Lindmark (Schweden)

Zweites Konzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

Aurora borealis - Musik aus den Weiten Lapplands

 

Dass viele der Einwohner Schwedens auch exzellente SängerInnen sind, dürfte sich spätestens seit Abba herumgesprochen haben. Einer der einflussreichsten Chordirigenten Europas war der Schwede Eric Ericson, der prägend für viele (auch nicht-schwedische) Chorleiter gewesen ist.


Da erstaunt es nicht weiter, dass in einem derartigen Umfeld zahlreiche unglaublich gute Chöre arbeiten. Einer davon ist der Arctic Light Choir. Altersmäßig angesiedelt zwischen einem Mädchen- und einem Frauenchor vereint dieses knapp 20-köpfige Ensemble Sängerinnen, die erst nach einem strengen Auswahlverfahren in diesen Chor aufgenommen werden. All dies kommt der Qualität des Chores sehr zugute, und dass dieser Chor als „Schwedens Chor des Jahres 2010“ ausgezeichnet wurde, spricht Bände über dessen Qualität. Dabei geht es den Sängerinnen um weit mehr als „nur“ eine gute Intonation oder „nur“ einen schönen Klang. Der Bühnenperformance kommt ein besonderes Gewicht zu. Der Auftritt der Schweden in Osnabrück könnte somit durchaus höchst inspirierenden Charakter für alle SängerInnen und ChorleiterInnen in der Region haben.


Das Programm an diesem Sonntagnachmittag versammelt Chorwerke, die ihren Ursprung in der Kultur Nordschwedens haben und inspiriert sind von den Weiten Lapplands und einer archaischen sowie höchst beeindruckenden Landschaft, in der die Elemente omnipräsent sind.

 

Dieses Konzert findet statt in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück.

Konzert am Freitag, 04. November 2016

Niniwe (Berlin)

Drittes Konzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

Das einzige deutsche Ensemble des diesjährigen Festivals - und was für eines! Niniwe versammelt vier Berlinerinnen, die stimmlich zum Besten gehören, was Deutschland im klein besetzten Vokalensemble zu bieten hat. Niniwe lässt sich nicht auf ein Genre festlegen: ob Pop, ob Jazz oder ob Klassik - die vier Sängerinnen verstehen sich bestens darauf, den Charakter eines jeden Stückes exemplarisch herauszuarbeiten und klanglich abzubilden. Das Ensemble profitiert in besonderer Art und Weise von den Fähigkeiten seiner Gründerin Winnie Brückner: Sie arrangiert ihren drei Mitstreiterinnen die Stücke quasi „auf den Leib“.


Niniwe erhielt in der jüngeren Vergangenheit u. a. Einladungen zum MDR-Musiksommer, zum  Musikfest Meran, zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, zur chor.com, zum Bachfest Leipzig und war nur eines von zwei eingeladenen Ensembles aus Deutschland zur letzten Ausgabe des Festivals „Polyfollia“ in der Normandie.


Die Zuhörer der Malgartener Klosterkonzerte hatten zuletzt 2011 das Vergnügen, den zauberhaften Klängen von Niniwe zu lauschen. Angesichts der Begeisterung unseres Publikums fiel es uns durchaus leicht, die sympathischen Damen erneut zu uns einzuladen.


„Die Zuhörer ließen sich verzaubern und betören von der herausragenden, außergewöhnlichen Klangkunst auf höchstem Niveau sowie der vereinnahmenden Bühnenpräsenz der vier Sängerinnen.“ (Hanauer Anzeiger)

Konzert am Sonntag, 06. November 2016

Ingenium Ensemble (Slowenien)

Viertes Konzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

Das kleine Slowenien befindet sich nicht zwingend auf der Landkarte unserer musikalischen Wahrnehmung. Dass sich dies dennoch lohnt, beweist dieses junge Vokalsextett aus Ljubljana. Stimmlich bringt jeder einzelne der sechs Mitglieder von Ingenium schon beachtlich viel mit. Den „letzten Schliff“ als Ensemble holten Sie sich u. a. bei Emma Kirkby, Stephen Connoly (Ex-King’s Singers), Barnaby Smith (Voces8) und Singer Pur ab.


Das zeigte gleich mehrfach Wirkung: Beim Leipziger A Cappella Wettbewerb 2014 wurden sie mit dem Publikumspreis und dem Spezialpreis des gastgebenden Ensembles Amarcord ausgezeichnet. Im selben Jahr gewannen sie gleich vier Preise beim Intern. Chorwettbewerb in Arezzo. Und im spanischen Tolosa wurde ihnen beim renommierten Chorwettbewerb u. a. auch wieder ein Publikumspreis zugesprochen.


Für ihr Konzert in Malgarten haben sie ein Programm zusammengestellt, dass für jeden Geschmack Attraktives parat hält: Für Freunde der Alten Musik Vokalpolyphonie der Renaissance. Hinzu kommen Arrangements, die ihren Ursprung in der Folklore Sloweniens haben; Poppiges und Jazziges sorgt letztendlich dafür, dass das Konzerterlebnis nicht zu ernst wird.


Es dürfte sich also lohnen, das weit gereiste Ingenium Ensemble in der perfekten Akustik der kleinen Klosterkirche hautnah zu erleben - zumal zu einem höchst attraktiven Eintrittspreis.


„Einen Hochgenuss der gesanglichen Kunst!“ (HNA)

Konzert am Freitag, 11. November 2016

Graindelavoix (Belgien)

Fünftes Konzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

„Clashes of Cultures“ - Orthodoxe Gesänge aus Zypern und dem östlichen Mittelmeerraum

 

Das belgische Spezialensemble GRAINDELAVOIX präsentiert an diesem Abend das außergewöhnlichste Programm des diesjährigen Festivals: Orthodoxe Gesänge aus dem 15. Jahrhundert Zyperns sowie dem östlichem Mittelmeerraum.
Erst auf den zweiten Blick mag sich der ganze Reiz eines Programms offenbaren, an dem Björn Schmelzer, Leiter von Graindelavoix, viele Jahre intensiv gearbeitet hat und für das er unzählige Stunden in diversen Musikbibliotheken verbracht hat.


Um was genau geht es? Obwohl mit der Herrschaft des westfranzösischen Hauses Lusignan der Katholizismus auf Zypern im 14. und frühen 15. durchaus präsent war, erfolgte durch byzantinische, arabische und ottomanische Kräfte eine nicht unerhebliche Einflussnahme. Vor diesem politischen Hintergrund konnte eine höchst spannende Mischung entstehen, in der praktisch alle kulturellen Traditionen des Mittleren Ostens Berücksichtigung finden.


Im Zentrum des heutigen Konzerts stehen ausgewählte Werke der Vokalpolyphonie des 15. Jahrhunderts. Sie werden ergänzt durch Gesänge aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen: maronitischer, armenischer, arabisch-byzantinischer sowie griechisch-byzantinischer Gesang. Um den kulturellen Schmelztiegel Zypern zu komplettieren, erklingt auch Gesang aus der muslimischen Sufi-Tradition. Viele dieser Gesänge werden auch heute noch in den orientalischen Kirchen des östlichen Mittelmeerraums praktiziert.


Björn Schmelzer konnte für dieses außergewöhnliche Konzertprojekt ausgewiesene Vokalexperten aus Syrien, Marokko, Rumänien, Estland, Spanien und Frankreich gewinnen. Sie alle bilden gemeinsam GRAINDELAVOIX, das von vielen als  eines der aufregendsten Vokalensembles angesehen wird, die man derzeit erleben kann. Der kernige, erdhafte, ungezähmte Sound markanter Stimmen macht aus einem profanen Konzertbesuch ein singuläres Konzertereignis.


„In der richtigen Balance mit den ergreifenden Gesängen ließen sie das Konzert zu einem Höhepunkt in der 25jährigen Geschichte des ‚Festivals Europäischer Kirchenmusik‘ in Schwäbisch Gmünd werden.“ (Schwarzwälder Bote)

Konzert am Sonntag, 13. November 2016

Maria Eugenia Boix, Carlos Mena, Forma Antiqva (Spanien)

Abschlusskonzert des Intern. Malgartener Vokalherbstes 2016

„Crudo Amor“ - Italienische Duette von Agostino Steffani

 

Er war einer der bekanntesten Komponisten seiner Zeit, schrieb 12 Opern, wurde von Bach bewundert und von Händel beklaut, war zudem Diplomat und Titularbischof. Die Rede ist von Agostino Steffani. Seine überaus reizvolle Musik einem größeren Publikum nahezubringen, haben sich in der letzten Zeit gleich mehrere namhafte Künstler „auf die Fahnen“ geschrieben. Die Oper „Niobe“ wurde vom Boston Early Music Festival in Bremen aufgenommen und mit den wichtigsten Schallplattenpreisen Europas geradezu überhäuft. Und Cecilia Bartoli veröffentlichte im Herbst 2012 ihr Album „Mission“, in dem sie ausnahmslos Werke von Steffani versammelt. Es bleibt zu hoffen, dass die Musik dieses Barockgenies endlich von einem größeren Publikum als das wahrgenommen wird, was sie ist: bezaubernde Kompositionskunst, die von manchem gar höher eingeschätzt wird als viele Werke eines Antonio Vivaldi.


Forma Antiqva, eine der spannendsten Barockformationen Spaniens, hat die Kompositionen Stefanis durchforstet und quasi als „best of“ ein Duettprogramm entwickelt, das die reizvollsten Duette des Italieners versammelt. Was das Ensemble auszeichnet, „ist die entspannte, natürliche Musizierweise. Da ist zwar distinguiertes Spiel, aber zugleich auch Temperament. [...] Das ‚groovt’ hier ganz von allein.“ (Deutschlandradio Kultur)


Ein Duettprogramm funktioniert natürlich nur mit zwei Solisten - und die haben es mit der Sopranistin Maria Eugenia Boix und dem Countertenor Carlos Mena „in sich“. Letzterer gilt als Ausnahmetalent und gehört zu den derzeit besten seines Faches. Er arbeitet regelmäßig mit Dirigenten wie Jordi Savall oder Philippe Herreweghe zusammen. Und dass aus Spanien unglaublich gute weibliche Stimmen kommen, wissen wir spätestens seit Nuría Rial und Raquel Andueza.


Freuen Sie sich unterm Strich auf einen berauschenden Festivalabschluss, der große vokale Virtuosität, satte Emotionen und ein unglaubliches stimmliches Farbspektrum zu bieten haben wird.

Konzert am Sonntag, 11. Dezember 2016

Trio Mediaeval (Norwegen)

Adventliche Vokalmusik aus Skandinavien

Die Advents- und Weihnachtskonzerte im Kloster Malgarten stellen immer etwas ganz besonderes im Kalender der Klosterkonzerte dar. Zu erleben sind außergewöhnliche Künstler, die in besonderer Atmosphäre auf eindringlich besinnliche Weise auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen.

 

Und auch in diesem Jahr erwartet die Konzertbesucher wieder Außergewöhnliches: Aus Norwegen wird das Trio Mediaeval zu uns kommen. Das sind Anna Maria Friman, Linn Andrea Fuglseth und Berit Opheim. Sie haben sich 1997 in Oslo gefunden und beglücken seit dem ihr Publikum mit mittelalterlichen Klängen, Polyphonie der Renaissance und traditionellen Volksweisen aus Skandinavien. Diese stehen denn auch im Vordergrund ihres Konzertes im Kloster Malgarten, denn wo könnte die Adventszeit authetischer sein als im Norden Europas, wo der Winter noch Winter ist und aus dem Wechselspiel zwischen langer Dunkelheit, weißen, in dichten Schnee eingehüllten Landschaften und Polarlichtern eine einzigartige Atmosphäre entsteht?

 

Die drei Sängerinnen erschaffen mit ihren Stimmen, hier und da durch traditionelle Instrumente wie die in Südnorwegen beheimatete Hardangerfiedel oder die Shruti Box ergänzt, eine faszinierende Klangwelt. Advents- und Weihnachtsmusik aus dem hohen Norden kann auf diese Art und Weise eine besondere, oft meditative Aura entfalten.

 

Das Trio Medieaval veröffentlichte seine letzten Alben allesamt auf dem Nobellabel ECM. "A Worcester Ladymass" von 2011 wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Hierzulande trat das Trio u. a. beim Bodenseefestival, bei den Dresdner Musikfestspielen und bei den Sommerlichen Musiktagen in Hitzacker auf. Das Konzert in Malgarten ist nur eines von zwei Konzerten im zweiten Halbjahr 2016 in Deutschland.

 

"Egal, ob man einfach in eine Welt verlockender Klänge eintauchen oder in einem herrlich vorgetragenen mehrstimmigen Gesang schwelgen will - das Trio Mediaeval sorgt für ein wunderbar bereicherndes Hörerlebnis." (BBC)

 

"Helle, wunderschön aufeinander abgestimmte Stimmen, eine fabelhafte dynamische Bandbreite, perfekte Übereinstimmung, fantasievolle Präsentation - ein wahrer Meisterkurs in a capella Gesang." (The Times)

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